„Verantwortung für die Region“: Sportfreunde Siegen senden Signal an die Wirtschaft

(wS/jk) Siegen 11.05.2016 | Die Sportfreunde Siegen stehen vor der Rückkehr in die Regionalliga. Die Fans fiebern dem Tag des Aufstiegs entgegen – spätestens nächste Woche könnte es soweit sein. Doch trotz dem sportlichen Erfolg ist der Verein weiterhin finanziell nicht auf Rosen gebettet. Das liebe Geld dürfte den Anhängern daher einige Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Derzeit klafft in der Sportfreunde-Kasse eine Finanzlücke von rund 300.000 Euro für die aktuelle Saison.

Deckungslücke im Etat

Immerhin würde der Wirtschaftsrat, dem mehrere Vertreter von regionalen Firmen angehören, 60 Prozent davon stemmen, insofern die restlichen 120.000 Euro von weiteren Sponsoren aufgebracht wird. „Das kriegen wir gelöst“, gibt sich der Sportfreunde-Vorstand in Hinblick auf den Fehlbetrag, den es bis zum Saisonende zu decken gilt, optimistisch. Vielmehr senden die Verantwortlichen um Roland Schöler, den 1. Vorsitzenden, „eine eindringliche Botschaft für die Zukunft.“

Senden eine Botschaft für die Sportfreunde-Zukunft (v.li.): Reiner Jakobs (Vorstand Sport), Serkan Dalman (Jugendleiter), Roland Schöler (1. Vorsitzender), Trainer Ottmar Griffel, Gerhard Bettermann (Vorstand Marketing) und Frank Weber (2. Vorsitzender). Foto: Jürgen Kirsch

Senden eine Botschaft für die Sportfreunde-Zukunft (v.li.): Reiner Jakobs (Vorstand Sport), Serkan Dalman (Jugendleiter), Roland Schöler (1. Vorsitzender), Trainer Ottmar Griffel, Gerhard Bettermann (Vorstand Marketing) und Frank Weber (2. Vorsitzender). Foto: Jürgen Kirsch

Denn auch in der Regionalliga werden die Sportfreunde Siegen ihren eingeschlagenen Weg fortführen und mit dem gleichen Etat von 1,15 Millionen Euro an den Start gehen. Sollten keine neuen Unterstützer bereit sein, in den Verein zu investieren, wird sich das Team von Trainer Ottmar Griffel auch in der vierten Spielklasse keine großen Sprünge erlauben können. „Wirtschaftliche Vernunft“ heißt das Stichwort, ganz nach dem Vorbild von Borussia Dortmund.

Keine Rückkehr zum Profitum

Auch die sportliche Strategie, die eine Vereinbarkeit von Fußball und Beruf als einzig mögliche Lösung vorsieht, soll weiter verfolgt werden. Die so genannten „Neuen Freunde“ sind dabei für die Spieler Ansprechpartner und Vermittler zu den Wirtschaftspartnern, wenn es um Ausbildungs- und Arbeitsplätze geht. Der „Feierabendfußball“ im Leimbachtal mit vier Trainingseinheiten in der Woche ist also das Maß aller Dinge, eine Rückkehr zum Profitum dagegen eine Utopie.

Zumindest konnte Sport-Vorstand Reiner Jakobs in Sachen Kader-Planung für die neue Spielzeit gute Nachrichten verkünden. So haben Serkan Dalman, der ohnehin als Jugendleiter im Verein tätig ist, und Björn Jost ihre Verträge verlängert. Gestern gab auch Jakub Jarecki seine Zusage für ein weiteres Jahr im Sportfreunde-Trikot. Hinzu kommen Kapitän Mark Zehn, Torwart Dominik Poremba, Julian Jakobs sowie die Perspektivspieler Marco Rente, Luca Valido und Christoph Thies.

Mit einem offenen Brief wendet sich der Vorstand und Wirtschaftsrat der Sportfreunde nun an die heimische Wirtschaft. „Ein Ruck muss durch die Region gehen“ und „Verantwortung für die Region übernehmen“ lauten zwei markante Zitate, die Vereinschef Schöler während eines Pressegesprächs wiederholte. Er ist angetreten, um „Brücken zu bauen“ und hat dabei vor allem jene mögliche Sponsoren, die vor seinem Amtsantritt vergrault wurden.

Offener Brief an die Wirtschaft

„Wir müssen vergessen, was in der Vergangenheit war“, sagte er. Die Siegener liefern in ihrem Schreiben auch Argumente für eine Investition in die Zukunft der Sportfreunde: „Trotz eines um 50 Prozent gekürzten Budgets und permanenten Kostenmanagements sowie einer stärkeren Verteilung vieler Aufgaben auf ehrenamtliche Mitstreiter konnten wir in dieser Saison ebenso überraschende wie tolle Erfolge feiern“, heißt es darin.

In der Tat ist die Entwicklung der Oberliga-Mannschaft, die nach dem Abstieg im Sommer 2015 ohne Trainer und Perspektive in die Vorbereitung startete, bemerkenswert. Das junge Team – der Altersschnitt liegt bei etwa 22 Jahren – von Ottmar Griffel hat nach vielen Kräfte zehrenden „englischen Wochen“ den direkten Wiederaufstieg selbst in der Hand und steht heute Abend im Kreispokalfinale, wo man auf den 1. FC Kaan-Marienborn trifft (19 Uhr, Niederdielfen).

„Ziel muss es sein, dass sich der Verein in der neuen Saison durch eine gesicherte und solide Finanzierung auf dem neuen und erfolgreichen Weg weiterentwickeln kann und sich vor allem die richtungsweisende Jugendarbeit etabliert“, schreiben die Sportfreunde an die Siegerländer Wirtschaft. Dabei ist die Förderung der Siegener Jugendfußballer ohnehin unterstützenswert, zumal die Sportfreunde als Ausbildungsverein ihre Talente auch in zahlreichen regionalen und überregionalen Klubs unterbringen.

Gute Jugendausbildung fördern

Mehr als 50 Trainerinnen und Trainer, Betreuer und Funktionsteam-Mitglieder sorgen in der Jugendabteilung der „Neuen Freunde“, die mit rund 250 Nachwuchskickern bestückt ist, für ein professionelles Arbeiten. Allein hier liegen die Kosten bei 300.000 Euro pro Jahr. Die Heranführung der Talente findet unter einer einheitlichen Spiel- und Trainingsphilosophie im gesamten Ausbildungssystem statt.

Mit Steffen Hardt installiert der Verein ab der Saison 2016/2017 einen für die Jugendtrainer beratend und ausbildend tätigen Experten. Der Herborner wird den Trainern der Sportfreunde mit seiner Erfahrung aus langen Jahren im hessischen DFB-Stützpunkt in Sachen Trainingsmethodik und Leistungsentwicklung zur Seite stehen.

Unter dem Trainer Peter Bäumgen sollen mit der neuen U21 Spieler aus der eigenen Jugend beim Schritt in den Seniorenbereich begleitet, wenngleich der Neustart in der Kreisliga A für viele Jungs des älteren Jahrgangs der U19 unattraktiv ist. Bislang hat sich mit Lennart Dreisbach nur ein Akteur für diesen Schritt entschieden, wie Jugendleiter Serkan Dalman berichtete. „Das wird erst in ein paar Jahren Früchte tragen“, sagte er.

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Vielmehr senden die Verantwortlichen um Roland Schöler, den 1. Vorsitzenden, „eine eindringliche Botschaft für die Zukunft.“ Denn auch in der Regionalliga werden die Sportfreunde Siegen ihren eingeschlagenen Weg fortführen und mit dem gleichen Etat von 1,15 Millionen Euro an den Start gehen. Sollten keine neuen Unterstützer bereit sein, in den Verein zu investieren, wird sich das Team von Trainer Ottmar Griffel auch in der vierten Spielklasse keine großen Sprünge erlauben können. „Wirtschaftliche Vernunft“ heißt das Stichwort, ganz nach dem Vorbild von Borussia Dortmund. Keine Rückkehr zum Profitum Auch die sportliche Strategie, die eine Vereinbarkeit von Fußball und Beruf als einzig mögliche Lösung vorsieht, soll weiter verfolgt werden. Die so genannten „Neuen Freunde“ sind dabei für die Spieler Ansprechpartner und Vermittler zu den Wirtschaftspartnern, wenn es um Ausbildungs- und Arbeitsplätze geht. Der „Feierabendfußball“ im Leimbachtal mit vier Trainingseinheiten in der Woche ist also das Maß aller Dinge, eine Rückkehr zum Profitum dagegen eine Utopie. Zumindest konnte Sport-Vorstand Reiner Jakobs in Sachen Kader-Planung für die neue Spielzeit gute Nachrichten verkünden. So haben Serkan Dalman, der ohnehin als Jugendleiter im Verein tätig ist, und Björn Jost ihre Verträge verlängert. Gestern gab auch Jakub Jarecki seine Zusage für ein weiteres Jahr im Sportfreunde-Trikot. Hinzu kommen Kapitän Mark Zehn, Torwart Dominik Poremba, Julian Jakobs sowie die Perspektivspieler Marco Rente, Luca Valido und Christoph Thies. Mit einem offenen Brief wendet sich der Vorstand und Wirtschaftsrat der Sportfreunde nun an die heimische Wirtschaft. „Ein Ruck muss durch die Region gehen“ und „Verantwortung für die Region übernehmen“ lauten zwei markante Zitate, die Vereinschef Schöler während eines Pressegesprächs wiederholte. Er ist angetreten, um „Brücken zu bauen“ und hat dabei vor allem jene mögliche Sponsoren, die vor seinem Amtsantritt vergrault wurden. Offener Brief an die Wirtschaft „Wir müssen vergessen, was in der Vergangenheit war“, sagte er. Die Siegener liefern in ihrem Schreiben auch Argumente für eine Investition in die Zukunft der Sportfreunde: „Trotz eines um 50 Prozent gekürzten Budgets und permanenten Kostenmanagements sowie einer stärkeren Verteilung vieler Aufgaben auf ehrenamtliche Mitstreiter konnten wir in dieser Saison ebenso überraschende wie tolle Erfolge feiern“, heißt es darin. In der Tat ist die Entwicklung der Oberliga-Mannschaft, die nach dem Abstieg im Sommer 2015 ohne Trainer und Perspektive in die Vorbereitung startete, bemerkenswert. Das junge Team – der Altersschnitt liegt bei etwa 22 Jahren – von Ottmar Griffel hat nach vielen Kräfte zehrenden „englischen Wochen“ den direkten Wiederaufstieg selbst in der Hand und steht heute Abend im Kreispokalfinale, wo man auf den 1. FC Kaan-Marienborn trifft (19 Uhr, Niederdielfen). „Ziel muss es sein, dass sich der Verein in der neuen Saison durch eine gesicherte und solide Finanzierung auf dem neuen und erfolgreichen Weg weiterentwickeln kann und sich vor allem die richtungsweisende Jugendarbeit etabliert“, schreiben die Sportfreunde an die Siegerländer Wirtschaft. Dabei ist die Förderung der Siegener Jugendfußballer ohnehin unterstützenswert, zumal die Sportfreunde als Ausbildungsverein ihre Talente auch in zahlreichen regionalen und überregionalen Klubs unterbringen. Gute Jugendausbildung fördern Mehr als 50 Trainerinnen und Trainer, Betreuer und Funktionsteam-Mitglieder sorgen in der Jugendabteilung der „Neuen Freunde“, die mit rund 250 Nachwuchskickern bestückt ist, für ein professionelles Arbeiten. Allein hier liegen die Kosten bei 300.000 Euro pro Jahr. Die Heranführung der Talente findet unter einer einheitlichen Spiel- und Trainingsphilosophie im gesamten Ausbildungssystem statt. Mit Steffen Hardt installiert der Verein ab der Saison 2016/2017 einen für die Jugendtrainer beratend und ausbildend tätigen Experten. Der Herborner wird den Trainern der Sportfreunde mit seiner Erfahrung aus langen Jahren im hessischen DFB-Stützpunkt in Sachen Trainingsmethodik und Leistungsentwicklung zur Seite stehen. Unter dem Trainer Peter Bäumgen sollen mit der neuen U21 Spieler aus der eigenen Jugend beim Schritt in den Seniorenbereich begleitet, wenngleich der Neustart in der Kreisliga A für viele Jungs des älteren Jahrgangs der U19 unattraktiv ist. Bislang hat sich mit Lennart Dreisbach nur ein Akteur für diesen Schritt entschieden, wie Jugendleiter Serkan Dalman berichtete. „Das wird erst in ein paar Jahren Früchte tragen“, sagte er. . Anzeige/Werbung – Jetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier‘, ‚Deutsch Female‘);}};
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Source: Wirsiegen